Welche Person oder Personengruppe kann die Staatsgeschäfte gerecht und unbestechlich führen? Welche ist die ideale Staatsform? Diese Frage beschäftigt mich nach dem immer offensichtlicher werdenden Scheitern der heutigen repräsentativen Demokratie. Denn leider empfiehlt sich die heutige politische Landschaft nicht für zukünftige Aufgaben. Wie könnte eine Ausweg aussehen? Dazu müssen wir weit in der Geschichte zurückgehen. Wir finden in früheren Epochen sehr interessante Ansätze, wie wir unser Zusammenleben gestalten können. So zum Beispiel in der Antike bei den griechischen Philosophen. Die ideale Staatsform ist für Platon die Aristokratie.  Aristokratie – früher auch Bestherrschaft– bezeichnet die Herrschaft einer kleinen Gruppe besonders befähigter Individuen. Die ursprüngliche Wortbedeutung ist „Herrschaft der Besten“. In der klassischen Verfassungstypenlehre des Aristoteles bedeutet es  die Herrschaft der Besten der Tugend und der Tüchtigkeit. Dies mag verwundern, da es bereits in der Antike erste demokratisch organisierte Staatsformen gab und das alte Griechenland gern als die Wiege der Demokratie bezeichnet wird. Doch Platon und Aristoteles zogen die Aristokratie der Demokratie eindeutig vor. Sie misstrauten der Volksherrschaft ganz erheblich. In seinem Hauptwerk „Politeia“ („Der Staat“), warnt Platon eindringlich vor den negativen Folgen der Demokratie. Das Wahlrecht für alle Bürger sei höchst gefährlich. Denn das gemeine Volk können mit einem bunten und lauten Wahlkampf nur allzu leicht beeindruckt und manipuliert werden. Und weil das Volk sehr leicht Meinungen und Vorurteilen verfällt, läuft es Gefahr, denjenigen zu wählen, der sich mit den buntesten Farben und der lautesten Stimme inszeniert. Der Bundeshaushalt 2018 budgetiert die Parteienfinanzierung mit ca. 200 Millionen Euro. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Parteinahe Stiftungen werden mit Steuergeldern in Höhe von fast 600 Millionen Euro alimentiert. Diese Gelder werden sicher nicht dazu eingesetzt, den demokratischen Diskurs zu unterstützen, sondern dienen vorrangig Marketing- und PR-Aktionen der Parteien, um eine Wiederwahl durch das gemeine Volk vorzubereiten. Laut Platon droht der Demokratie der Umschlag in die Tyrannei bzw. Diktatur. Ein solcher von allen bejubelte Volksführer berausche sich an seiner neu gewonnenen Macht. Er errichtet mit der von ihm abhängigen Justiz, den Parteien und den Medien eine Herrschaft des Unrechts. Er verurteilt mit ungerechten Beschuldigungen andersdenkende Bürger und grenzt diese somit aus dem „demokratischen“ Meinungsfindungsprozess aus. Meinungsvielfalt und echte Toleranz ist in diesem politischen Konstrukt nicht möglich. Das Grundproblem der Demokratie besteht darin, dass der freie Wähler mit einem tyrannischen Demagogen jederzeit ihre eigene Unfreiheit selbst bestimmen können und es nicht einmal merken.